Salate gelten unter Weinkennern oft als schwieriger Begleiter. Der Grund liegt selten im Salat selbst, sondern fast immer im Dressing. Essig, Zitrone und scharfe Gewürze können einen Wein schnell sauer oder bitter wirken lassen. Mit dem richtigen Wissen findest du aber für fast jeden Salat einen stimmigen Begleiter.
Warum das Dressing entscheidend ist
Ein einfacher grüner Salat ist geschmacklich neutral. Erst das Dressing gibt die Richtung vor. Essigbasierte Dressings verstärken die Säure im Wein und lassen ihn dünner wirken. Deshalb gilt als Faustregel, dass der Wein mindestens so viel Säure mitbringen sollte wie das Dressing selbst. Cremige Dressings auf Basis von Joghurt oder Mayonnaise brauchen dagegen einen Wein mit etwas mehr Körper, damit er nicht untergeht.
Weine für grüne Salate und leichte Bowls
Zu klassischen grünen Salaten mit Essig-Öl-Dressing passt ein spritziger Sauvignon Blanc hervorragend. Seine grasigen, teils zitrischen Noten harmonieren mit frischen Kräutern und Blattsalaten. Auch ein Grüner Veltliner mit seiner charakteristischen Würze ergänzt leichte Salate und Bowls sehr gut, besonders wenn Radieschen oder grüner Spargel enthalten sind.
Weine für herzhafte und gemischte Salate
Sobald Feta, Nüsse oder gebratenes Gemüse ins Spiel kommen, darf der Wein etwas mehr Substanz zeigen. Ein trockener Rosé bringt genug Frucht mit, um auch kräftigere Zutaten auszugleichen, ohne dabei schwer zu wirken. Bei Salaten mit gebratenem Hähnchen oder Halloumi funktioniert zudem ein leicht gereifter Chardonnay sehr gut, da er der Röstaromatik der Zutaten etwas entgegensetzt.
Vorsicht bei diesen Kombinationen
Besonders schwierig wird es bei Salaten mit viel Essig, etwa klassischem italienischem Balsamico-Dressing. Hier hilft ein Wein mit spürbarer Frische und Frucht, zum Beispiel ein junger Sauvignon Blanc.
Auch Rucola und andere bittere Blattsalate vertragen sich schlecht mit tanninreichen Rotweinen, diese Kombination würde den Wein deutlich bitterer schmecken lassen, als er eigentlich ist. Hier wäre ein schlanker bis mittelgewichtiger Weißburgunder ohne Holzeinsatz die erste Wahl um die feinen Bitternoten des Rucola zu unterstützen.